In der Regel wird ein Mädchen mit etwa 1-2 Millionen Eizellen geboren, von denen zum Zeitpunkt der Pubertät noch ca. 300.000 Eizellen in den Eierstöcken übrig sind – es werden keine Eizellen nachgebildet. In der fruchtbaren Lebensphase kommt es aber nur bei etwa 500 Eizellen zum Eisprung. Das zeitliche Fenster, in dem Frau Kinder empfangen und zur Welt bringen kann und das sich mit dem Eintritt der Geschlechtsreife öffnet, ist bereits Jahre vor dem Eintritt der Menopause "fast" geschlossen.

In der reproduktiven Phase werden pro Zyklus mindestens 40, möglicherweise sogar über 100 Follikel „verbraucht“. Die Reserve nimmt alters­bedingt damit kontinuierlich ab - ab ca. 35 bis 37 Jahren individuell sogar noch beschleunigt. Das heißt, mit jeder Menstruation vermindert sich die Eizellreserve der Frau.  Darüber hinaus altern die Eizellen selbstverständlich mit der Frau und die Qualität der Eizellen, die dann für eine Befruchtung und Schwangerschaft in späteren Lebensjahren bereit gestellt werden, nimmt analog ab.  Damit nimmt auch die Wahrscheinlichkeit, eine Schwangerschaft zu erlangen, die auch zu einer Geburt führt, ab diesem Zeitpunkt dramatisch ab.

Das reproduktive Fenster aber hat sich nicht verändert.

Die Unwissenheit selbst gut informierter Frauen über die Abnahme der Eizellreserve und -qualität, die ab dem ca. 35. bis 37. Lebensjahr dramatische Formen annimmt,  spielt eine fatale Rolle. Die Möglichkeit schwanger zu werden endet eben NICHT erst mit dem Einsetzen der sogenannten Wechseljahre, der Menopause, sondern verschlechtert sich bereits viele Jahre vorher.

Die gesellschaftlichen Gegebenheiten haben sich in den letzten Jahrzehnten für Frauen zugunsten der Selbstverwirklichung enorm verändert. Auch das Selbstbewusstsein der Frauen darüber, was sie erreichen können, hat sich verändert. Das reproduktive Fenster aber, also der Zeitraum, in dem die biologischen Gegebenheiten einer Frau das Erlangen einer Schwangerschaft ohne zu große Schwierigkeiten möglich machen, hat sich nicht verändert. Zwar können wir mit 45 Jahren noch einen neuen Beruf ergreifen, Kinder können wir trotz allen Fortschritts zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, oder nur noch höchst selten bekommen, und das unabhängig davon, ob wir fortpflanzungsmedizinische Unterstützung in Anspruch nehmen oder nicht.

Monika Uszkoreit, MA1

Information

1 Monika Uszkoreit arbeitet seit über 20 Jahren auf dem Gebiet "Unerfüllter Kinderwunsch" und betreut im Rahmen ihrer Tätigkeit sowohl die auf dem Gebiet in Deutschland arbeitenden Ärzte als auch Patientenpaare.

Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands e.V. (BRZ) www.repromed.de.