„Frauensache“ – Was bedeutet das für Sie? Was ist „typisch“ weiblich oder gibt es das überhaupt nicht?

Listen schreiben. Sich zu viele Gedanken machen. Zu fragen: „Was denkst du gerade?“ – und dann enttäuscht zu sein, wenn „Gar nichts!“ kommt (lacht).

Glückwunsch! Sie sind gerade zum zweiten Mal schwanger. Wie erleben Sie die Schwangerschaft? Und was ist vielleicht anders als in der ersten?

Vielen Dank! Es ist tatsächlich ganz viel anders. Mir war diesmal vier Monate eigentlich konstant schlecht. Meine „Morgenübelkeit“ ging von 9.30 – 23 Uhr. Das war echt kein Vergnügen. Aber das ist vorbei und die Vorfreude ist einfach riesig! Außerdem bin ich etwas gelassener und freue mich schon so sehr auf mein kleines Mini! Und ich weiß Schlaf noch mehr zu schätzen. Doch das hat sich ja blöderweise bald auch wieder erledigt.

Haben Sie Tipps und Tricks gegen die Übelkeit in der Schwangerschaft?

Bei der Übelkeit war ich auch recht hilflos. Da hilft leider nur ausharren – und vor allem regelmäßig essen. Das macht im Übelkeitszustand natürlich viel weniger Spaß, hat aber auf jeden Fall geholfen. In meinem Fall nur kohlenhydratreiches Essen, von allem anderen wurde es nur schlimmer. Und kaltes Wasser mit frischer Zitrone trinken, das tat mir auch gut.

Frau sein, Mama sein, beruflich erfolgreich sein - Frauen haben heute ein enormes Pensum hinzulegen. Sehen Sie das genauso? Und wie meistern Sie diesen Spagat?

Ich finde Elternsein grundsätzlich das Schönste, aber auch Anstrengendste überhaupt! Und wenn man dann auch noch schnell wieder arbeiten möchte, muss man sich schon besonders gut organisieren. Ich habe auch keine Nanny oder Großeltern direkt um die Ecke, aber das Glück, dass ich einen spitzenmäßigen Mann an meiner Seite habe, der bei uns die Elternzeit übernimmt und das auch total genießt!

Und das ist für mich wirklich ein Geschenk, denn ich liebe meinen Job einfach und würde es sehr vermissen zu arbeiten. Aber im Team klappt das super: Je nach dem, wo der Job ist und wie lange er dauert, kommt er mit den Kids mit oder ich fliege eben abends wieder nach Hause. Bei unserer kleinen Tochter hat das wirklich super funktioniert – und so ist auch der Plan bei Nummer zwei.

Ein Familienleben kann ganz schön turbulent sein und stellt vieles auf den Kopf. Geben Sie uns bitte einen Einblick in Ihren Alltag als Mama und Karrierefrau.

Einen wirklich regelmäßigen Alltag gibt es bei uns nicht. Jeder Job, jede Moderation, jedes Shooting ist bei mir anders getimed und oft auch in anderen Städten. Aber grundsätzlich versuchen wir morgens gemeinsam mit unserer Tochter zu frühstücken und dann bringt sie einer von uns in die Kita. Wenn ich drehe oder Jobs vorbereite, übernimmt das mein Mann, dann geht es für mich entweder direkt ans Set, zum Flughafen oder an den Laptop.

Und so lange wie der Job dauert, bin ich eben unterwegs. Wobei ein herrlicher Vorteil an meinem Beruf ja auch ist, dass ich nicht Montag bis Freitag von 9 – 18 Uhr arbeiten muss, sondern auch oft einfach mal einen ganzen Tag frei habe. Dann nehme ich mir extra viel Zeit für meine Tochter – und auch für mich.

Wenn Sie sich Zeit für sich nehmen, wie gestalten Sie diese?

Ich liebe es zu lesen. Mich in Büchern zu verlieren. Meine Freundinnen zu treffen, viel zu essen und mich wenig zu bewegen – herrlich!

Was bedeutet Glück für Sie? 

Wenn meine kleine Tochter mit ausgebreiteten Armen auf mich zugerannt kommt.

Fünf Tipps von Johanna Klum, wie das Familienleben gelingen kann

Ich tue mich mit allgemeingültigen Regeln schwer. Jede Familie ist anders und braucht andere Dinge, um gut zu funktionieren und glücklich zu sein.

Aber diese Sachen hier helfen uns:

  • Klare Grenzen tun unserer kleinen Tochter gut und Regeln sind wichtig. Aber manchmal muss man die Regeln auch einfach über Bord werfen, spontan Urlaub nehmen und Eis zum Frühstück essen.
  • Die Entscheidungen und Erziehungsmaßnahmen des anderen müssen mitgetragen werden. Kinder sind viel zu schlau und kriegen es sofort mit, wenn sie Mama und Papa gegeneinander ausspielen können. Diese kleinen Biester (lacht).
  • Für uns ist es ein Glück, dass mein Mann von Anfang an auch so viel Zeit mit unserer Tochter verbringen konnte. So wusste ich immer, wenn ich mal ein paar Tage am Stück unterwegs bin, ist sie ganz entspannt und gerne auch mal mit Papa alleine. Und danach gibt es immer extra Mami-Zeit und wir unternehmen was Schönes zu Zweit.
  • Ich hab gelernt weniger zu planen, an freien Tagen einfach mehr im Moment zu leben und zu schauen wonach uns ist. Wenn meine Kleine dann bei einem Ausflug 40 Minuten für 400 Meter braucht, dann ist das eben so. Sie ist noch klein und erkundet die Welt – manchmal auch jeden zweiten Stein.
  • Und zum Schluss vielleicht: Genießt. Stresst euch nicht zu viel und hört gar nicht allzu sehr auf andere. Jede Familie ist anders glücklich und ihr seid die Experten für eure Familie!