Wird dieses Gewebe überdehnt, entstehen oftmals unschöne Streifen die einer Narbe sehr ähnlich sehen. Die Ursachen von Dehnungsstreifen ebenso wie die Frage welche genauen Faktoren zu der Entstehung beitragen, sind bei Weitem noch nicht klar.

Bekannt ist, dass diese Streifen durch eine starke Dehnung des Gewebes beispielsweise durch ein extremes Wachstum oder eine massive Gewichtszunahme entstehen.

Zu den am Häufigsten betroffenen Körperarealen gehören die Oberschenkel, Hüften, Gesäß, Arme sowie die Bauchregion. 2-5 mal häufiger ist hier die weibliche Zielgruppe betroffen. Je nach Veranlagung, sind Dehnungsstreifen zunächst rötlich und hellen mit der Zeit im Heilungsprozess auf , sie bleiben dennoch auf Dauer sichtbar.

Im Laufe der Jahre wurden viele Arten von Behandlungen vorgestellt und angewendet. Eine an Beliebtheit zunehmende Methode ist die fraktionierte Lasertherapie.

Diese Behandlung ist die einzige tiefgreifende Behandlungsform, die bei nahezu jeder Art von Narben und Dehnungsstreifen eingesetzt werden kann. Forscher interessieren sich aktuell besonders für die Behandlung von Striae albea.

Herr Dr. Gauglitz, welchen Vorteil sehen Sie persönlich im Einsatz der Lasertechnologie bei der Behandlung von Dehnungsstreifen im Vergleich zu anderen Verfahren?

Im Allgemeinen muss man leider sagen, dass keine der bisher angebotenen Cremebehandlungen für die Verbesserung von Dehnungsstreifen sehr wirkungsvoll ist. Neben dem Needling werden Laser schon seit langer Zeit für diese Indikation verwendet.

Bisher in erster Linie der Farbstofflaser, der nach wie vor als vielversprechende Option für die Behandlung von noch geröteten Dehnungsstreifen gilt.

Mit den nicht-abtragenden fraktionierten Lasern steht uns nun auch eine erstaunlich vielversprechende Möglichkeit zur Behandlung von älteren (weißlichen) Dehnungsstreifen zur Verfügung.

Der mögliche Vorteil gegenüber Nadelrollern könnte die punktuelle, gezielte Wärmentwicklung in den oberen bis mittleren Schichten der Haut sein, welche als effektiver Stimulus für die Neubildung von Bindegewebe (Kollagen) gilt.

Wie läuft eine Behandlung mit dem ResurFX™-Lasersystem ab?

Die Behandlung erfolgt bei uns in lokaler Betäubung mit Hilfe einer Betäubungscreme, die ungefähr eine Stunde einziehen muss. Im Anschluss wird das betroffene Areal in zwei Durchgängen behandelt: Zunächst werden nur die Dehnungsstreifen selbst behandelt, im direkten Anschluss flächig das gesamte Areal.

Wann kann man erste Ergebnisse sehen?

Die ersten Ergebnisse sind basierend auf einer aktuell in unserer Abteilung durchgeführten Studie bereits 4 Wochen nach der ersten Behandlung zu sehen. Zur Zeit werden drei Behandlungen alle vier Wochen empfohlen. Da der Kollagenaufbau allerdings einige Monate benötigt, ist mit den finalen Ergebnissen nicht vor Ablauf von 6 Monaten zu rechnen.

Patientinnen berichten aber durchaus schon früher über bereits deutlich weichere Haut, weniger tiefe Streifen und insgesamt einen unauffälligeren Gesamteindruck. Wichtig ist aber auch, dass die Streifen nicht vollständig verschwinden werden.

Was muss der Patient nach der Behandlung beachten?

Der Patient sollte das zu behandelnde Areal mindestens vier Wochen vor, während und für mindestens 3 Monate nach der Behandlung gut vor Sonne schützen. Im Anschluss an die Behandlung ist das Areal gerötet und geschwollen, was in den meisten Fällen bis hin zu vier Tagen anhalten kann. Von Schwimmbad- und Saunabesuchen raten wir innerhalb der ersten Woche ab.

Mit welchen Kosten muss ein Patient rechnen?

Je nach Größe des Areals liegt der Preis für eine Sitzung zwischen 100 und 400 Euro. Wichtig ist allerdings, dass die Behandlung mit einem für diese Indikation geeignetem Gerät erfolgt.
Weitere Informationen erhalten Sie unter der Patientenwebsite www.aesthetipedia.de oder www.lumenis.de. Informationen zum Autor unter www.gerd-gauglitz.de

HINWEISBOX zum THEMA NARBEN:
Der Laser hat sich bei einer Vielzahl von Narbentypen als sehr gute Behandlung erwiesen und als Goldstandard bewährt. Welcher Laser eingesetzt wird und wie er wirkt, hängt von der Art der Narben ab. Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie auf www.lumenis.de