Sie sind Mutter von drei Kindern. Wie offen ist der Umgang mit Ihren Kindern zu den Themen Sex, Verhütung und auch Verhütungspannen?

Jede Kommunikation rund um das Thema Sex gehört bei uns in der Familie dazu. Das ist nichts Außergewöhnliches und wird als ganz normal erachtet. Ich finde es falsch, dass viele Eltern immer so eine Riesenwelle um das Thema machen, anstatt es einfach ganz locker zu besprechen. Man muss sich dafür auch nicht extra in ein „Aufklärungsgespräch“ begeben, sondern diese Themen einfach in den Alltag einbauen – so habe ich das bei all meinen Kindern gehandhabt.

Wie kann man sich so einen Gesprächsverlauf vorstellen?

Es gibt jetzt nicht die Situation A, B oder C, wo wir solche Themen besprechen. Das passiert automatisch – beim Essen, beim Fernsehen, unterwegs. Je nachdem, wann Gesprächsbedarf besteht.

Und über was wird dann beispielsweise gesprochen?

„Habt ihr schon gehört, es gibt jetzt Kondome, die dies oder das können“ – das war letztens der Beginn so einer Unterhaltung. Auch die Pille danach hatten wir vor ein paar Wochen beim Essen als Gesprächsstoff.

Man darf dem Thema Sex und Co. keine übermäßige Schwere verleihen.

Das ergibt sich. Mein Tipp: Man sollte solche Gespräche nie erzwingen, sondern sich darauf einlassen, wenn es zur Sprache kommt. Man darf dem Thema Sex und Co. keine übermäßige Schwere verleihen, denn das projiziert sich automatisch auf die Kinder.

Was ist beim dem Gespräch rund um die Pille danach herausgekommen?

Wir kamen zu dem Schluss, dass wir es alle gut finden, dass es diese Möglichkeit gibt. Dennoch ist bei dem Gespräch auch deutlich geworden, dass man nicht so leichtfertig mit der Verhütung umgehen sollte.

Nach dem Motto „Ach, jetzt habe ich vergessen zu verhüten und hole mir mal die Pille danach“ – so sollte es nicht sein, da sind wir uns alle einig. Trotzdem finden wir die Pille danach besonders wichtig, wenn es in Richtung ungewollten Sex und der Möglichkeit der Verhütung danach geht.

Und wenn es doch mal zu einem Verhütungsunfall kommt?

Dann finde ich – und auch meine Kinder – es gut, dass es diese Möglichkeit gibt. Schließlich wollen meine Kinder noch nicht Mama oder Papa werden – und ich auch noch keine Oma. (lacht)

Merken Sie einen Generationenunterschied zwischen Ihnen und Ihren Kindern in Bezug auf Aufklärung?

Große Unterschiede merke ich nicht. Auch meine Eltern sind sehr offen und locker mit diesem Thema umgegangen.

Heutzutage gibt es kaum noch Aufklärungsgespräche. Gab es jemals ein klassisches „Aufklärungsgespräch“ zwischen Ihnen und Ihren Kindern?

Nein, das gab es nie. Neben unseren alltäglichen Gesprächen darüber, gehörte für meine Kinder auch die Bravo zur Aufklärung. Vieles ziehen sich die Kinder heutzutage ja auch aus dem Internet – und einiges davon kann ziemlich verwirrend sein. Hier stehen Eltern in der Pflicht aufzuklären und den Kindern schnell klarzumachen, dass die Onlinewelt, auch die Pornowelt, eine andere ist, als das normale Leben.

Mussten Sie mit Ihren Kindern darüber auch sprechen?

Nein, die Jungs sind ja schon seit ihrer Kindheit Schauspieler und wissen, dass das eine Parallelwelt ist. Meine Tochter hat das automatisch auch mitbekommen.

Wie sieht es aus mit dem Thema Verhütung?

Auch hier sprechen wir sehr offen. Ich finde es wichtig, dass meine Kinder verhüten – und das auch richtig. Schließlich geht es nicht nur um die Möglichkeit der Schwangerschaft, sondern auch um Krankheiten. Hier muss meiner Meinung nach viel mehr getan werden. Die Kinder von heute gehen viel zu leichtfertig mit der Thematik um – was ich erschreckend finden.