Warum ist das eigene Körpergefühl so wichtig für die Gesundheit?

Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper – das ist absolut wahr. Ich glaube daran, dass sich im Körper immer spiegelt, wie es um den Geist bestellt ist. Darum war es mir so wichtig, in meinem aktuellen Buch das Kapitel Körperbild sehr herauszuarbeiten.

Fettleibigkeit ist meiner Meinung nach fast immer Ausdruck einer kranken Seele, genauso wie es Magersucht ist.

Hat Sex auch mit Gesundheit zu tun?

Zunächst mal sollte man aufhören, sich ständig zu vergleichen.

Natürlich, ganz unbedingt! Sex ist gelebte Selbstpflege. Ich finde, man sieht einem Menschen recht schnell an, ob er eine gesunde, glückliche Sexualität hat oder nicht. Die medizinischen Aspekte von Sex sind ja gemeinhin bekannt, ich finde aber, dass sie sehr unterschätzt werden.

Nehmen wir zum Beispiel an, Sie leiden an einer beginnenden Erkältung. Ich rate Ihnen dann nicht dazu, sich mit Medikamenten vollzustopfen. Stattdessen sollten Sie lieber guten Sex haben – auf Wiedersehen, Erkältung.

Liebe fängt ja bekanntlich bei einem selbst an. Doch viele Frauen fühlen sich unwohl in ihrer Haut. Was kann man tun, um sich wohler zu fühlen? 

Zunächst mal sollte man aufhören, sich ständig zu vergleichen. Muss eine berufstätige Mutter von vier Kindern einen Körper haben wie Heidi Klum? Nein. Mal abgesehen davon, dass viel harte Arbeit hinter diesem Körper steckt. Aber die meisten Menschen haben andere Prioritäten. Aussehen ist weniger bedeutsam, als zum Beispiel ein liebevolles Wesen zu haben, das hilft im Alltag doch langfristig deutlich weiter.

Das Sexleben ist vor allem Spiegel des Umgangs mit uns selbst.

Schafft man es nicht, sich täglich zum Sport zu schicken oder irgendetwas Gutes, Körperliches zu tun, ist das auch keine Katastrophe. Wichtig ist, sich Bereiche zu schaffen, in denen jeder wirklich etwas für sich selbst tun darf. Ein gewisses Augenmaß sich selbst gegenüber, gern mithilfe psychologischer Betreuung zu erreichen, muss das Ziel sein.

Nicht an den eigenen Bedürfnissen vorbeileben, meine ich. Und zwar weder in Sexualität oder Beziehung noch in der beruflichen Laufbahn. Fett-Aktivisten agieren da meiner Meinung nach am Ziel vorbei. Niemand darf geächtet werden, wenn er  fettleibig ist. Aber ich bin immer für Ursachenforschung, denn die Gesundheit geht vor.

Welche Rolle spielt das Sexleben in diesem Kontext?

Das Sexleben ist vor allem Spiegel des Umgangs mit uns selbst. Was gönnen, was gestatten wir uns? Eine gute Premiumbehandlung oder eine Missachtung? Für mich ist die gelebte Sexualität immer ein Marker dafür, wo die Bruchstellen bei dem jeweiligen Menschen sitzen.

Wie bekommt man ein „eingeschlafenes Sexleben“ wieder in Schwung?

Kommunikation ist da alles. Spontanität zulassen, aber vor allem echtes Miteinanderreden. Das kann man üben, kein Problem.

Sex im Alter: Man sagt, er wird immer besser. Ist das so?

Je besser trainiert der Beckenboden ist, desto größer die Orgasmusfähigkeit.

Ich bin ja noch nicht durch mit dem Leben, aber ich muss sagen: ja. Er wird reicher, intensiver. Und man traut sich mehr zu. Eine betrübliche Sexualität ist vor allem eine Folge von schlechter Kommunikation und völlig falschen Glaubenssätzen. „Wir sind schon so lange zusammen, da ist es normal, dass nichts mehr läuft", so ein Quatsch.

Was hat es mit dem Beckenbodentraining auf sich?

Je besser trainiert der Beckenboden ist, desto größer die Orgasmusfähigkeit. Das ist erwiesen. Auf Stühlen sitzen ist Gift für den Beckenboden, besser wäre es, auch mal zu hocken. Das ist im Büro natürlich schwierig.

Scheidentrockenheit ist ein großes Thema für viele Frauen, nicht nur in den Wechseljahren. Welche Tipps und Tricks gibt es hier?

Solange keine Kondome benutzt werden, empfehle ich immer ein gutes Olivenöl. Es gibt keinen Grund, sich mit noch mehr Chemie zu belasten. Einfach, aber nützlich.