Eine Reihe von Alleinstellungsmerkmalen trägt dazu bei: Jede Frau ab dem 50. Lebensjahr erhält eine persönliche Einladung zur Früherkennungsuntersuchung. Eine umfassende evidenzbasierte Aufklärungsbroschüre ermöglicht, sich informiert für oder gegen eine Screeningteilnahme zu entscheiden.

Jede Frau sollte für sich persönlich die Vorteile der Screeninguntersuchung (unter anderem: Teilnehmerinnen sterben seltener an Brustkrebs, bei einer Erkrankung ist häufiger eine brusterhaltende Operation statt einer Entfernung der Brust möglich und seltener eine Chemotherapie notwendig) gegen die Nachteile (unter anderem: Diagnose und Therapie ohne Nutzen sind häufiger, psychische Belastung durch falsch-positive Befunde) abwägen. Vor jeder Untersuchung gibt es zudem die Möglichkeit eines persönlichen ärztlichen Gesprächs.

Mehr als 17.500 Frauen in Deutschland sterben jährlich am Mammakarzinom.

Im deutschen Screening werden mittlerweile ausschließlich digitale Mammografiesysteme angewandt. Zum Schutz der Frauen erfolgt an jedem Arbeitstag in jeder der 95 Screeningeinheiten eine zentral durch die Referenzzentren überwachte physikalisch-technische Qualitätssicherung der eingesetzten Röntgentechnologie.

Die unabhängige Doppelbefundung durch besonders qualifizierte Ärzte (Vier-Augen-Prinzip) und im Bedarfsfall eine weiter gehende Beurteilung in der Konsensuskonferenz durch Drittmeinung sind bei jeder Untersuchung verpflichtende Vorgabe. Hinzu kommt eine individuelle Abklärung auffälliger Befunde im Mammogramm durch eine ärztliche Untersuchung.

Dabei wird entschieden, ob zur Diagnosefindung mammografische Zusatzaufnahmen beziehungsweise eine Tomosynthese, eine ergänzende Ultraschall- oder MR-Untersuchung bis hin zu einer bildgesteuerten Gewebeentnahme (Biopsie) notwendig werden. Transparenz durch Dokumentation und regelmäßige Auswertung aller Schritte des Früherkennungsprogramms kennzeichnen das gesamte Mammografie-Screening.

20 Prozent weniger fortgeschrittene Tumorstadien

Mehr als 17.500 Frauen in Deutschland sterben jährlich am Mammakarzinom. Es stellt trotz der Fortschritte in der Brustkrebstherapie für Frauen immer noch das größte Risiko eines vorzeitigen Todes durch eine Tumorerkrankung dar. Die Früherkennung ist und bleibt tragende Säule der gesundheitspolitischen Strategie, um diesen häufigen Krebstod zu vermeiden.

Die Entscheidung über eine Teilnahme am Mammografie-Screening beruht auf persönlicher Abwägung. Das Mammografie-Screening ist die am besten evaluierte Früherkennung für die am meisten gefährdete Altersgruppe. Aktuelle Forschungsarbeiten belegen, dass durch digitales Mammografie-Screening mit zunehmendem Alter immer häufiger biologisch relevante, also aggressive und schneller wachsende Brustkrebsvorstufen entdeckt werden und durch dieses Erkennen zu einem früheren Zeitpunkt ein Therapievorteil eintritt.

Im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen konnte mithilfe des Landeskrebsregisters sowohl innerhalb des Mammografiescreenings bei regelmäßig teilnehmenden Frauen als auch bevölkerungsbezogen eine Abnahme beim Neuauftreten fortgeschrittener Tumorstadien in den Zielgruppen 50 bis 69 Jahre festgestellt werden. Diese nachgewiesene Reduktion fortgeschrittener Tumorstadien von insgesamt 20 Prozent lässt erwarten, dass die Brustkrebssterblichkeit in Deutschland dank des Mammografie-Screenings gesenkt werden kann.