Frühes Erkennen ist möglich, wenn Frau regelmäßig an den Früherkennungsuntersuchungen beim Gynäkologen und im Mammografiescreening-Programm teilnimmt. Dann hat der Tumor normalerweise noch nicht gestreut und ist so klein, dass er komplett entfernt werden kann, ohne dass die Brust dabei komplett mitentfernt werden muss. Deshalb gilt: keine Angst vor den Früherkennungsuntersuchungen. Krebs ist zwar ein Thema, dem viele gerne ausweichen, allerdings gilt gerade beim Brustkrebs, dass das Organ, das wie kein anderes für Weiblichkeit und Sinnlichkeit steht, nämlich die Brust, auch bei Krebs erhalten bleiben kann und gerade die weibliche Körpersilhouette so rekonstruiert werden kann, dass die weibliche Form schön und ästhetisch erhalten bleibt.

Durch zahlreiche wissenschaftliche Studien ist es erwiesen, dass, sofern die Relation zwischen Brust- und Tumorgröße dies zulässt, eine brusterhaltende Operation genauso sicher ist wie eine komplette Entfernung der Brustdrüse.

Wichtig ist auch, dass der Operateur möglichst exakt operiert. D.h er entfernt den Tumor bereits bei der ersten OP komplett, entnimmt aber auch nicht zuviel gesundes Gewebe. Dies ist möglich, wenn während der Operation immer wieder mit dem Ultraschallgerät der Tumor und das gesunde Gewebe angeschaut wird. Damit konnte in Tübingen die Zahl der Zweitoperationen auf ein im weltweiten Vergleich niedrigstes Niveau gesenkt werden und auch die Rezidivrate (das Wiederauftreten des Brustkrebses) maximal gesenkt werden.  Die betroffenen Frauen sollten nach diesen Operationsmethoden fragen.

Silikonimplantate können in Fällen, in denen auf eine Strahlentherapie verzichtet werden kann, dauerhaft schöne Ergebnisse schaffen.

Solche Operationen setzen eine lange Lernkurve voraus, und es ist wissenschaftlich erwiesen, dass je höher die Fallzahl pro Operateur ist, desto besser seine Ergebnisqualität sein wird. Als Beispiel ist hier das Universitätsbrustzentrum Tübingen zu nennen, in dem vier Hauptoperateure 1.500 Brustoperationen pro Jahr durchführen. Erfahrene Brustoperateure findet man aber nicht nur anhand der Anzahl ihrer Operationen pro Jahr, sondern auch durch den Nachweis des Zertifikats „Brustoperateur“ durch die AWOGyn.

Leider gibt es aber auch Situationen, in denen die Brustdrüse nicht zu erhalten ist oder auch nicht erhalten werden sollte, wie beispielsweise bei Genmutationsträgern, wie der Schauspielerin Angelina Jolie. Wiederherstellende Operationsverfahren machen Hoffnung. Eine Wiederherstellung ist mit Eigen- oder Fremdgewebe möglich. Silikonimplantate können in Fällen, in denen auf eine Strahlentherapie verzichtet werden kann, dauerhaft schöne Ergebnisse schaffen. Eigengewebe, zum Beispiel aus dem Fettgewebe des Bauches oder des Gesäßbereiches, kann zum Wiederaufbau der Brust verwendet werden und somit Fremdmaterial wie Prothesen vermieden werden. Jedes Verfahren hat Vor- und Nachteile. Implantate erlauben eine Wiederherstellung, ohne dass andere Stellen des Körpers operiert werden müssen. Eigengewebe ist mobil, weich und fühlt sich warm an.

Sollten beispielsweise an der ein oder anderen Stelle kleine Gewebeareale fehlen und eine „Delle“ hinterlassen, können diese mittels der autologen Fetttransplantation wieder aufgefüllt werden. Dabei wird Fett zum Beispiel aus dem Bauch oder den Oberschenkeln abgesaugt und als Füllung in den Defekt eingespritzt.

Das Universitätsbrustzentrum Tübingen, das alle modernen Brustoperationen anbieten kann, untersucht seit vielen Jahren wissenschaftlich Brustoperationen und deren kosmetische Ergebnisse. Insbesondere die Lebensqualität und das weibliche Körpergefühl nach den unterschiedlichen Operationsverfahren interessieren dabei die Tübinger Wissenschaftler.

Im internationalen Vergleich verfügt Deutschland über eine flächendeckende Versorgung mit zertifizierten Brustzentren und dem Mammografiescreening-Programm. Damit ist die bestmögliche Versorgung für Frauen, die an Brustkrebs erkranken, gegeben. Unser System ermöglicht allen erkrankten Frauen, brusterhaltende oder wiederherstellende Operationen als Kassenleistung in Anspruch nehmen zu können. Auf diese Versorgungsstruktur können wir stolz sein, und wir sollten sie bereits in der Früherkennung nutzen.