Häufig zögern Betroffene den Gang zum Frauenarzt hinaus, obwohl sich in ihrer Brust etwas anders anfühlt als sonst. Sie haben Angst davor, eine schlechte Nachricht zu bekommen, das böse Wort „Krebs“ zu hören. Dabei ist Brustkrebs in den meisten Fällen heilbar – wenn er früh genug entdeckt wird. Genau das wissen aber noch viel zu wenige Frauen.

Informationen helfen, Ängste abzubauen

Damit Früherkennung greifen kann, muss sich der gesunde Mensch mit dem Thema Brustkrebs auseinandersetzen. Das ist das Problem: Wer will sich schon Gedanken machen über eine Krankheit, die möglicherweise sein Leben bedrohen könnte? Doch solange es kein Mittel gibt, Brustkrebs zu verhindern, ist die Früherkennung eine wichtige Maßnahme, um Leben zu retten.

Früherkennungsmaßnahmen in Deutschland

Wenn eine Frau ihren Körper im gesunden Zustand gut kennt und mit der Form und Gewebestruktur ihrer Brust vertraut ist, dann bemerkt sie es umso schneller, falls sich etwas verändert. Deswegen empfehlen Gynäkologen, dass jede Frau sich einmal im Monat selbst abtasten sollte, möglichst zwischen dem dritten und dem siebten Tag der Menstruation. Es geht also weniger darum, aktiv nach Knoten zu suchen, als Veränderungen wahrzunehmen. In den meisten Fällen steckt übrigens eine harmlose Ursache hinter den Symptomen. Das lässt sich über einen Besuch beim Frauenarzt schnell abklären.

Tipps zum Selbstabtasten der Brust stehen für Sie als Download bereit unter: https://www.pinkribbon-deutschland.de/

Ab einem Alter von 30 Jahren sollte zusätzlich der Gynäkologe Brüste und Achselhöhlen abtasten – das bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen. Bei Auffälligkeiten kann er weitere Diagnosemethoden einsetzen wie Ultraschall, Magnetresonanztomografie (MRT) und Mammografie (Röntgenuntersuchung).

Frauen zwischen 50 und 69 Jahren erhalten grundsätzlich alle zwei Jahre eine Einladung zur Mammografie, da in diesem Alter die Erkrankungsrate am höchsten ist.

Informieren Sie sich – beispielsweise bei Ihrem Frauenarzt – intensiv über die Vor- und Nachteile der möglichen Untersuchungsmethoden, um persönlich abwägen zu können, ob eventuelle Belastungen im Verhältnis zum individuellen Nutzen stehen.

Pink Ribbon Deutschland

Seit 2010 gibt es daher die Sensibilisierungskampagne Pink Ribbon Deutschland – die Zielgruppe sind alle Frauen, nicht nur Betroffene. Die Pink-Ribbon-Kampagne in Deutschland ist langfristig und ganzjährig angelegt, denn Brustkrebs soll nicht nur im „Brustkrebsmonat Oktober“ thematisiert werden. Die Kampagne wird über Sponsoren finanziert. Pink Ribbon Deutschland nimmt aus der Bevölkerung selbst keine Spenden entgegen, sondern entwickelt gemeinsam mit den Trägern Projekte, die das bürgerliche Engagement fördern. So wird einerseits die öffentliche Wahrnehmung gesteigert, andererseits kann jeder direkt mitmachen. Dazu gehört es, sich beispielsweise mehr zu bewegen und somit das eigene Krebsrisiko zu senken. Mehr Aufmerksamkeit für das Thema führt aber auch zu mehr Aufmerksamkeit für betroffene Familien im eigenen Umfeld – denen jeder Unterstützung in ihrem erschwerten Alltag anbieten kann.

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