Die Heilungschancen sind gut und die Therapiemöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren vervielfältigt.

„Ziel einer modernen Brustkrebstherapie ist es, immer bessere, maßgeschneiderte Therapien zu entwickeln, die einerseits die Heilungschancen verbessern, andererseits aber mit möglichst wenig Nebenwirkungen einhergehen“, sagt Dr. Joke Tio, Leiterin des Bereiches Senologie am UKM (Universitätsklinikum Münster). Doch nicht jeder Brustkrebs ist gleich, und so ist es wichtig, die speziellen Eigenschaften eines jeden Tumors zu ergründen.

Manchmal ist es dafür erforderlich, Gewebe für spezielle weitere Untersuchungen in hoch spezialisierte Labore zu verschicken. Dort werden modernste, teils molekular-genetische Methoden verwendet, um die Biologie des Tumors zu entschlüsseln. Angepasst an diese Tumoreigenschaften benötigt jede Patientin unterschiedliche Formen der Behandlung. Diese müssen so präzise wie möglich an die jeweilige Brustkrebsform angepasst sein. „Neben der Operation und der Bestrahlung spielt die sogenannte Systemtherapie – also die Behandlung des ganzen Körpers – eine zentrale Rolle bei der Heilung von Brustkrebs“, erklärt Dr. Tio.

Dabei kommen neben der klassischen Chemotherapie und der antihormonellen Therapie immer mehr sogenannte zielgerichtete Therapien zum Einsatz. Mithilfe dieser Therapien können spezielle Tumoreigenschaften gezielt angegriffen und Tumorzellen vernichtet werden, ohne dass die anderen Zellen des Körpers in Mitleidenschaft gezogen werden.

Eines dieser neuen Medikamente, das Trastuzumab-Emtansine, kurz T-DM1, nutzt dabei das Prinzip des Trojanischen Pferdes: Gekoppelt an einen Antikörper gegen den Her2neu-Rezeptor wird das Chemotherapeutikum in die Tumorzelle eingeschleust. Die Tumorzelle wird dann von innen zerstört. „Dieser Mechanismus führt zu einer sehr guten Verträglichkeit bei ausgezeichneter Wirksamkeit, wie auch unsere eigenen Erfahrungen mit dem Medikament gezeigt haben“, so Dr. Tio.