„Meine Mutter bekam 2008 Brustkrebs, damals war ich elf Jahre alt. Ich konnte mit der Diagnose „Tumor“ nicht viel anfangen, ich wusste nur, dass es etwas Schlimmes war und alle Angst hatten. Es ging alles relativ schnell, sie wurde operiert und anschließend bestrahlt und bekam die Chemotherapie. Mit elf Jahren habe ich nicht wirklich verstanden, was es heißt eine lebensbedrohliche Krankheit zu haben. Das mag aber vielleicht auch daran liegen, dass ich nie das Gefühl hatte, dass meine Mutter sterben könnte.

Sie sagte immer: ‚Ich muss gesund werden für meine Kinder.‘ Rückblickend kann ich sagen, dass sie damals unglaublich stark gewesen ist – ich weiß heute nicht nur viel mehr über die Krankheit an sich, sondern auch über die Umstände der Erkrankung meiner Mutter. Wenn alles gut läuft, denken viele ‚Alles klar, der Brustkrebs ist überstanden und die Betroffene hat es geschafft, jetzt kann man einfach weiter machen wie vorher‘. Aber das ist falsch.

Ich muss mich und meine Gefühle nicht erklären, ich werde einfach verstanden.

Das Verhältnis zwischen mir und meiner Mutter hat sich grundlegend geändert, wir haben eine sehr enge Bindung. Natürlich bleibt da Angst, die man vermutlich auch nicht mehr aus mir rausbekommt. Und die Sorge, dass wieder etwas passiert.

Ich bin seit knapp drei Jahren Botschafterin bei den Pink Kids von Pink Ribbon. Wir, Kinder von betroffenen Frauen, möchten anderen Kindern und Jugendlichen das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind. Wir möchten einen Ort schaffen, an dem sie Fragen stellen können, die sie vielleicht nicht mit ihren Eltern oder Verwandten oder Freunden besprechen möchten. Wir versuchen Hilfestellungen in dieser schweren Zeit zu geben, weil wir bemerkt haben, dass es unglaublich gut tut, mit anderen in der gleichen Situation darüber zu reden. Ich habe schnell festgestellt, wie sehr mir das persönlich hilft.

Ich muss mich und meine Gefühle nicht erklären, ich werde einfach verstanden – weil hier jeder genau weiß, wie es sich anfühlt, zu leiden und vieles nicht zu verstehen, wie ich damals. Wir von Pink Kids nutzen jede Möglichkeit, auf uns und unser Projekt aufmerksam zu machen – zum Beispiel bei Veranstaltungen, bei denen wir vor Ort sind. Also, falls ihr uns irgendwo seht, sprecht uns gerne an! Wir freuen uns immer über tolle Gespräche. Und übrigens: Nicht nur Töchter leiden darunter, wenn eine wichtige Bezugsperson Krebs hat - sondern auch Söhne. Wir würden uns sehr über männliche Unterstützung bei den Pink Kids freuen. Pink ist nämlich nicht nur für Mädchen!

Information

Erfahren Sie mehr unter www.pink-kids.de.