75.000 Neuerkrankungen pro Jahr

Mit rund 75.000 Neuerkrankungen im Jahr ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung der Frau. Etwa eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Rechnet man die sogenannten In-situ-Tumore (Vorstufen von Brustkrebs) hinzu, steigt die Zahl der Betroffenen noch einmal um 6.500 an. Jede vierte betroffene Frau ist bei der Diagnosestellung jünger als 55 Jahre, jede zehnte unter 45 Jahre alt. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren.

Vorsorgeuntersuchungen ab dem 30. Lebensjahr

Da Brustkrebs, sofern er früh genug erkannt wird, gut therapierbar ist, raten Experten zur regelmäßigen Kontrolle. Ab dem 30. Lebensjahr sollten Frauen ihre Brust einmal im Monat selbst nach Knoten und Veränderungen abtasten. Zusätzlich ist eine jährliche Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt sinnvoll. Eine spezielle Brustkrebsfrüherkennung durch ein Mammografie-Screening bezahlt die Kasse alle zwei Jahre für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Dabei röntgen Spezialisten in einer zertifizierten medizinischen Einrichtung die Brüste der Frau.

Risikofaktoren vermeiden

Zur besonderen Risikogruppe gehören Frauen über 50 Jahre und Frauen, deren Regelblutung besonders früh (etwa vor dem zwölften Lebensjahr) einsetzte und/oder die spät in die Wechseljahre kamen. Hintergrund: Je höher die Zahl der Menstruationszyklen ist, die der Körper durchgemacht hat, desto höher ist auch die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken. Weitere Faktoren: Übergewicht, Rauchen, Alkoholmissbrauch, Bewegungsmangel.

Wiederaufbau der Brust

Der Fall des Verlusts der Brust oder eines größeren Teils davon ist ein tiefer Eingriff in die Integrität einer Frau, für die die Brust ein Organ der Schönheit, der Erotik und Sexualität ist und damit ein Teil der Identität. Nach einer sogenannten Mastektomie gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein natürliches Aussehen zurückzugewinnen. Es gibt Einlagen oder Prothesen für den BH. Die Brust kann aber auch mit Silikonimplantaten oder Eigengewebe rekonstruiert werden – je nach Verfahren gleich bei der Brustamputation oder später, in einer zweiten Operation.

Brustkrebs ist in einigen Fällen erblich bedingt

Eine von rund 1.000 Frauen hat diese genetische Veränderung. Verantwortlich für diese Art von Brustkrebs sind vor allem Mutationen in den beiden Genen BRCA-1 und BRCA-2. Wenn Defekte auf diesen Genen vorliegen, steigt die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken. Bei einer Mutation von BRCA-1 liegt sie bei 80 Prozent, bei Veränderungen des BRCA-2-Gens bei 40 bis 60 Prozent. Mutationen der BRCA-Gene betreffen nicht nur Frauen. Sind Männer betroffen, erhöht sich ihr Risiko für Prostata- und Brustkrebs.