Überhaupt, rückblickend betrachtet sah ich in meinen Zwanzigern einfach phänomenal aus. Die Sache hatte nur einen Haken, ich wusste es nicht – und vor allem wusste ich es nicht zu schätzen. In meinen Augen war ich zu pummelig. Von den sogenannten Idealmaßen Lichtjahre entfernt. In jedem denkbaren Frauenmagazin wurde jede erdenkliche Diät angepriesen, Monat für Monat. Bleiben, wie sie waren, durften nur die Konsumentinnen fettfreier Lebensmittel.

Die Wunderlebensmittel

Schließlich arbeiteten diese ja schon offensichtlich an ihrem besseren Körper-Ich. Heute, also 20 Jahre später, hat sich an diesem Thema nichts verändert. Vor allem nicht bei den angepriesenen Ernährungstipps. Genau genommen ist alles noch schlimmer geworden. Ständig gibt es neue Wunderlebensmittel, die das Hüftfett schmelzen lassen sollen.

Mal heißt es, wir dürfen keine Kohlenhydrate essen, dann wieder kein Fleisch – oder mehr Fleisch und mehr Kohlenhydrate. Einmal ist das Fett böse, dann wieder der Zucker, manchmal auch beides. Und die Models, die uns in Zeitschriften und Magazinen diese Tipps näherbringen oder an denen die neusten Trends gezeigt werden, sind schlank und rank wie eh und je.

Meine Sicht hat sich verändert

Das Socialmedia-Life hat das Ganze auch nicht besser werden lassen. Im Gegenteil: jetzt eifere ich also auch noch hausgemachten Schönheiten von nebenan nach. Die essen „nachweislich“ Pizza und Pasta und haben trotzdem kein Gramm Fett am Körper. Zumindest kann ich auf den Instagram-Bildern keines ausmachen. Möglicherweise versperrt mir die Family-Pizza auch den Blick darauf.

Doch auch, wenn ich ein paar Zeilen weiter oben behauptet habe, es hat sich nichts verändert, entspricht das nicht der Wahrheit. Denn ich, ich habe mich verändert. Auch, wenn die Überschriften in den Frauenzeitschriften mit denen von vor 20 Jahren vergleichbar sind, ich bin es nicht. Meine Sicht auf die Dinge – vor allem meine Sicht auf mich hat sich verändert.

Mein Körper trägt mich durchs Leben

Ich bin 43 Jahre alt, habe zwei Kinder geboren und ich weiß, dass bestimmte körperliche Veränderungen einfach mit dem Leben einhergehen. Darüber hinaus habe ich verstanden, dass ich gerade auf die hormonellen Veränderungen so gut wie keinen Einfluss habe. Was ich aber heute weiß, und das unterscheidet mich von meinem 20-jährigen Ich, im Leben geht es nicht darum, eine Spalte zwischen den Oberschenkeln zu haben.

Auch zwei hervorstehende Hüftknochen sind nicht das Maß der Dinge. Für mich liegt der Schlüssel zum Glücklichsein nicht beim Gewicht, sondern darin, mich anzunehmen, wie ich bin – mit allen Fehlern und Schwächen und auch dazu zu stehen. Denn auch heute gilt: ich habe einen Mega-Body. Er ist gesund und trägt mich täglich durchs Leben.

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