Vor allem Frauen kennen das Problem und kämpfen zum Beispiel vor der Periode oder in der Schwangerschaft mit Mitessern und Pickeln oder auch einer starken Akne. Im Gegensatz zur Pubertät verschwindet die Akne, die in späteren Jahren auftritt, meist nicht von selbst, sodass Betroffene aktiv werden und handeln müssen.

Ursachen einer Spätakne

In den Ursachen gibt es verschiedene Gründe. „Zum einen kann es zu einer Verstärkung einer nie ganz ausgeheilten Akne aus der Pubertät kommen, oder es kommt zu einem Neuauftreten. Grund für eine Akne ist immer eine Empfindlichkeit der Talgdrüsen auf Testosteron. Habe ich diese vererbt bekommen, ist dies bereits in den Teenagerjahren an der Haut zu sehen.

Es gibt aber auch Patienten, bei denen dies nicht genetisch vorgegeben ist, die jedoch im Laufe des Lebens diese Empfindlichkeit entwickeln, und so kommt es dann auch zur Akne in späteren Lebensjahren“, erklärt Dermatologe Dr. Ralph von Kiedrowski. „Frauen sind aufgrund ihrer hormonellen Sensitivität im höheren Alter – meist zu Beginn der Wechseljahre oder in der Schwangerschaft – weitaus häufiger von Akne betroffen als Männer, was sich in der vermehrten Talgproduktion ab dem 30. Lebensjahr begründet.“ Die kann zu enormen Problemen im Selbstbewusstsein und der Akzeptanz des eigenen Körpers führen.

Spätakne behandeln

Die gute Nachricht ist, dass sich Akne auch im höheren Alter sehr gut behandeln lässt. „Die Umstellung der Lebensumstände, beispielsweise durch eine gesündere Ernährung, ist ein erster Schritt. Zudem sollte man es vermeiden, zusätzliches Fett auf die Haut zu bringen und die Talgdrüsen durch falsche Kosmetika zu verstopfen. Auch die Keimpopulation auf der Haut muss reduziert werden“, so der Hautexperte.

Hier eignen sich antibakterielle Tiefenreinigungen, beispielsweise in Form von Mineralsalzlösungen, um die entzündlichen Hautveränderungen zu vermeiden. „Tritt die Akne sehr stark auf und verschlimmert sich trotz richtiger Pflegeprodukte, kann die vorübergehende äußerliche Behandlung zum Beispiel mit Antibiotika notwendig werden und die Infektion der Haut mildern.“

Dr. med. Ralph von Kiedrowski, Mitglied des Vorstandes des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen e. V.