Neben den Pubertätshormonen verursachen eine ungeeignete Antibabypille oder die Hormonspirale oftmals Akne, da das enthaltene Gelbkörperhormon teilweise eine männliche Hormonwirkung entfalten kann. Aber auch wer einfach nur dauernd zu fette Sonnencreme, Tagescreme, Kosmetik, Pomade oder Haarwachs verwendet, verstopft sich die Poren und behindert den Fettabfluss.

Das Fett staut sich ganz besonders, wenn das verwendete Produkt Mineralölfette enthält, wie Paraffine oder Silikonöle. Diese sogenannte Kosmetikakne lässt sich vermeiden, wenn man den ganzen Kram einfach in den Müll schmeißt. Man sollte sich bei Akneneigung immer nur mit sogenannten „nicht komedogenen“, also „nicht Mitesser fördernden“ Produkten eindecken.

Ein ganz wesentlicher Grund für Akne ist unsere industrialisierte Ernährungsweise.

Auch die Verteilung der Pickel auf der Haut erzählt etwas über mögliche Ursachen. Viele Mitesser in der T-Zone, also Stirn und Nase, sind typische Pubertätserscheinungen. An Wangen und Hals treten Pickel eher bei erwachsenen Frauen auf. Sie sind tief und schmerzhaft. Oft verschlechtert sich die Haut kurz vor dem Eisprung und besonders vor der Periode, da hier das pickelfördernde Gelbkörperhormon am aktivsten ist und vor der Menstruation auch noch der Spiegel des Antipickel-und-schöne-Haut-Hormons Östrogen absinkt.

Ein ganz wesentlicher Grund für Akne ist unsere industrialisierte Ernährungsweise. Mehr als ein Latte macchiato am Tag, also 200 Milliliter Milch, weißes Mehl, Zucker und die ungesunden Transfette aus Fast Food und eingeschweißten Kuchen, Keksen und Chips lassen die Talgdrüsen hyperaktiv werden.

Sitzen Pickel eher auf den Rundungen der Gesichtshaut, wie den Wangen, der Stirn oder Nase oder Kinn, dann handelt es sich eher um eine Rosazea. Wichtigster Unterschied zur Akne ist, dass man bei Rosazea keine Mitesser findet. Rosazea tritt erst im Erwachsenenalter auf, meist bei Menschen eines hellen Hauttyps; die Haut ist leicht reizbar und neigt zu erweiterten Äderchen und Pickeln.

Häufig leiden die Betroffenen unter Augen- und Magen-Darm-Problemen. Sind die Pickel eher klein und zart juckend, mit Wasser gefüllt und ohne Talg, lassen sie einen hautfarbenen Saum rund um die Lippen frei und betreffen eher die Kinnregion, Nasenlippenfalte oder das Augenlid, dann handelt es sich am ehesten um die sogenannte Stewardessen-Krankheit.

Ein Synonym für Stewardessen-Krankheit sind „Hautentzündung um den Mund“.

Das ist eine Überfeuchtung und Aufquellung der Poren, die hervorgerufen wird durch zu viel Kosmetik (wie bei Stewardessen, die sich viel schminken und gegen die trockene Kabinenluft mit zu viel Feuchtigkeitscremes schützen wollen) oder durch die Anwendung einer Kortisoncreme im Gesicht. Ein Synonym für Stewardessen-Krankheit ist periorale Dermatitis, also „Hautentzündung um den Mund“.

Dass sie auch bei Promis sprunghaft zugenommen hat, daran ist auch das neue HD-Fernsehen schuld. Weil es jedes Nasenhaar, jede Falte und jede Pore gnadenlos zeigt, werden Film- und Fernsehschaffende mit neuen Make-ups zugekleistert, bevor sie vor die Kamera treten. Und die sind leider reich an porenverstopfenden Silikonölen.

Das bringt die „Stewardessen“-Krankheit bei Moderatorinnen und Schauspielerinnen zum Blühen und treibt die Betroffenen scharenweise in die Arztpraxen. Aus dieser Branche werden inzwischen auch die ersten männlichen Opfer angespült.

Im Liegen schön

Kaum hat sich unsere Haut nach der Pubertät beruhigt, beginnt auch schon das Altern. Na ja, eigentlich altern wir vom ersten Tag unseres Lebens an, was aber erst mit Mitte 30 sichtbar wird, in manchen Fällen auch schon früher. Nicht nur die Haut altert, sondern der gesamte Organismus, denn der Alterungsprozess ist genetisch programmiert. Wie schnell und massiv er sichtbar wird, darauf hat dann aber auch unser Lebenswandel einen extrem großen Einfluss. Vor allem auf die Hautalterung.

Buchtipp

Keine Erregung, kein Sex ohne – unsere Haut.

In ihrem so aufschlussreichen wie unterhaltsamen Buch rückt die fernsehbekannte Dermatologin Yael Adler unserer Haut zu Leibe und erklärt alles, was man über sie wissen will.

Sie scheut dabei auch nicht vor Pusteln, Falten, Fußkäse und anderen Tabus zurück.