Warum sollten Veränderungen der Haut möglichst früh erkannt werden?

Die Früherkennung ist besonders wichtig für den schwarzen Hautkrebs, weil hier sehr kleine und harmlos erscheinende Veränderungen bereits in andere Organe absiedeln können und dann rasch tödlich sein können. Früh erkannt können sie aber problemlos entfernt werden und dann gilt: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Der weisse Hautkrebs kommt häufiger vor, neigt aber nicht zum Befall anderer Organe.

Welche Patienten sind häufiger betroffen?

Das Bewusstsein für einen effektiven Sonnenschutz beginnt erst in den letzten Jahren wirksam zu werden. Das bedeutet aber, dass alle Schäden die durch die Sonnenbrände der Kindheit oder frühere Solarienexzesse entstanden sind, von der Haut nicht vergessen werden und häufig erst jetzt zum Tragen kommen. Trotz veränderten Bewusstseins sehen wir auch immer wieder Personen, die sich nach langer UV-Abstinenz plötzlich der Sonne aussetzen. Diese UV-Einwirkung "von 0 auf 100" ist besonders schädlich. Ausserdem sollten Menschen, die von Natur aus zahlreiche Muttermale aufweisen, besonders wachsam sein.

Warum ist es wichtig, nicht nur einzelne Muttermale, sondern die gesamte Haut im Blick zu haben?

Früh erkannt, können im ersten Moment harmlos erscheinende Hautveränderungen problemlos entfernt werden, und dann gilt: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Sonnengebräunte Areale und Muttermale haben in der Hautkrebsfrüherkennung einen stärkeren Fokus, weil dort verstärkt Melanome auftreten. Aber genau schauen muss man ebenfalls an Körperstellen wie Zehen, Finger, Kopf oder Genitalien. Augenärzte diagnostizieren sogar Melanome an der Aderhaut. Gelegentlich gibt es auch nicht-pigmentierten schwarzen Hautkrebs, der schwer zu erkennen ist. Im übrigen ist der weisse Hautkrebs sogar häufiger als der schwarze Hautkrebs. Wegen der weniger bedrohlichen Verläufe wird dieser aber auch häufiger übersehen.

Zum Einsatz kommt für die Hautkrebsvorsorge immer öfter die Ganzkörperkartographie - wie läuft sie genau ab?

Nach einer Anamnese zieht sich der Patient bis auf die Unterhose aus. Dann fotografieren wir mit einer speziellen Kamera alle vier Körperseiten. Zusätzlich zur gesamten Hautfläche nehmen wir alle  Muttermale mikroskopisch auf.

Welche Vorteile hat das?

Viele Melanome entwickeln sich nicht nur aus bestehenden Leberflecken, sondern entstehen auf gesunder Haut. Ein besonderer Vorteil der Methode ist, dass sich die aktuellen Bilder des Patienten mit den Aufnahmen der letzten Untersuchung vergleichen lassen. Neue und veränderte Muttermale können wir so visualisieren. Wenn Sie als Dermatologe wöchentlich Hunderte bis Tausende Muttermale Ihrer Patienten anschauen, können Sie sich nicht an alle Veränderungen erinnern.

Hier ist die Technik eine große Hilfe. Es ist ein Geschenk des Himmels, wenn wir unauffällige Verläufe der Haut entdecken, die plötzlich verdächtig werden. Wir können so Veränderungen auf dem Weg zum Melanom entlarven, die uns ansonsten durchgegangen wären. So harmlos das klingt, aber damit  retten Sie richtig Leben. Und das gar nicht selten. Außerdem ist das Verfahren erheblich schneller als unsere früheren Methoden. Ich habe mit der Ganzkörperkartographie erfolgreich an der Charité gearbeitet und setze sie nun auch in meiner eigenen Praxis ein.

Wie oft sollten Patienten ihre Haut untersuchen lassen?

Bei jungen Menschen halte ich einen Zyklus von zwei, drei Jahren ausreichend. Patienten, die viel reisen oder viele Muttermale haben, können häufiger in die Praxis kommen. Bei einer Auffälligkeit in der Haut kontrollieren wir gezielt nach drei Monaten, um zu sehen ob Sie sich verändern

Wer übernimmt die Kosten für die Behandlung?

Generell bezahlen Krankenkassen das allgemeine Hautkrebs-Screening, also das reine Betrachten der Haut, das auch der Hausarzt durchführt. Bei Privatpatienten wird die Ganzkörperkartographie in der Regel übernommen. Bei Selbstzahlern nehmen wir, je nach Menge der Muttermale, Preise von 100 bis 200 Euro.Das schliesst dann eine digitale Auswertung durch das Gerät und eine fachärztliche Befundbeurteilung ein.

Information

Weitere Informationen finden Sie auf www.hlcp.de.