Viele kennen das: Nach einem Tag im Freien, einer scharf gewürzten Mahlzeit oder einem Glas Rotwein erscheint die Gesichtshaut leicht gerötet oder beginnt zu brennen. Erster Gedanke: Oh, das ist mir nicht bekommen. Meine Haut ist halt empfindlich. Oder: Das liegt bei uns in der Familie.

Wenn die Gesichtsröte wiederkehrt oder bleibt, ist das ein Alarmsignal. Was viele nicht wissen: Bei etwa vier Millionen Menschen in Deutschland steckt hinter dem andauernden Auftreten von Gesichtsrötungen eine chronische Hauterkrankung. Sie heißt Rosacea.

Typische Anzeichen sind eine anhaltende Rötung, Papeln (Knötchen) und Pusteln – vor allem in der Gesichtsmitte (Stirn, Nase, Wangen und Kinn) – bis hin zu deutlich sichtbaren Gefäßveränderungen im Gesicht. Meist reagiert die Haut überempfindlich und „brennt“.

Die genaue Ursache der Krankheit ist ungeklärt. Doch gibt es zahlreiche Faktoren, die uns im Alltag begegnen und einen Krankheitsschub auslösen können. Hierzu zählen Sonne beziehungsweise UV-Strahlung, Sport, bestimmte Lebensmittel wie zum Beispiel scharfe Gewürze, Alkohol – selbst kleine Mengen – und sogar heißes Duschen. Die Auslöser sind im Einzelfall individuell verschieden und können sich mit der Zeit auch verändern.

Häufig leiden Betroffene darunter, dass sie im privaten oder beruflichen Umfeld auf ihre Gesichtsröte angesprochen werden. Dadurch fühlen sie sich unsicher und gehemmt oder, schlimmer noch, sogar benachteiligt oder zurückgewiesen. Dabei steht ihnen diese Krankheit buchstäblich ins Gesicht geschrieben, denn sie ist jederzeit sichtbar, zudem ist sie unberechenbar, weil sie plötzlich und in Schüben auftritt.

Anfangs wird eine Rosacea oft noch als Befindlichkeitsstörung abgetan. In einem weiter fortgeschrittenen Stadium kommen zu den Rötungen entzündliche pustulöse Hautveränderungen hinzu. In dieser Phase wird die Rosacea laienhaft oft mit einer Akne verwechselt.

Unbehandelt entstehen im weiteren Verlauf Gefäßerweiterungen, die das Gesicht mit der Zeit stark entstellen können wie etwa die „Knollennase“ und dann oft operativ mit dem Skalpell oder mit einem Laser entfernt werden müssen.

Daraus folgt: Man sollte eine solche entzündliche Hautveränderung möglichst frühzeitig bei einer Dermatologin oder einem Dermatologen abklären lassen und mit einer geeigneten Behandlung beginnen. Anfangs reicht oft schon eine Lokaltherapie mit einer Creme oder einem Gel, die allerdings nicht zu fett sein dürfen. Verschiedene verschreibungspflichtige Wirkstoffe sind zur Behandlung zugelassen. Wenn das nicht ausreicht, wird zusätzlich eine innere Therapie mit sehr niedrig dosierten Antibiotika durchgeführt.

Betroffene können und sollten aber darüber hinaus auch selbst ihr Teil dazu beitragen, dass sich die Rosacea bessert, und beispielsweise ihre persönlichen Auslöser meiden: Menschen mit heller Haut beispielsweise die intensive Sonnenbestrahlung. Andere sollten mehr auf ihre Ernährung achten. Wichtig ist auch, nach entsprechender fachkundiger Beratung, eine angepasste Hautpflege. Auch eine Gesichtsmassage tut vielen Betroffenen gut.

Aktiv gegen anhaltende Gesichtsröte!

Rund vier Millionen Deutsche leiden unter Rosacea. Doch viele wissen nicht, dass sie selbst, Angehörige oder Freunde von der Hauterkrankung betroffen sind. Um dies zu ändern, hat der Berufsverband der Deutschen Dermatologen e. V. (www.bvdd.de) mit der Deutschen Rosazea Hilfe e. V. (www.rosazeahilfe.de) und der Galderma Laboratorium GmbH (www.galderma.de) die deutschlandweite Aufklärungskampagne „Anhaltende Gesichtsrötungen – Aktiv gegen Rosacea“ ins Leben gerufen.

Im Jahr 2015 feiert diese Initiative ihr fünfjähriges Jubiläum. Ihre Ziele sind und bleiben: gut informierte Rosacea-Patienten, die dank ihres Wissens eine frühzeitige Behandlung erhalten und den Alltag mit der Erkrankung besser meistern können, sowie mehr Verständnis für die Krankheit in der Öffentlichkeit.

Unter www.rosacea-info.de finden Ratsuchende und Interessierte ein breites Informationsangebot zu Ursachen, Diagnose und Therapie der Rosacea, zahlreiche Serviceangebote (zum Beispiel Hautarztsuche, Rosacea-Schnelltest) sowie praktische Tipps von Dermatologen und Kosmetikexperten zum Umgang mit der Krankheit im Alltag. Regelmäßige News sowie die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Rosacea-Patienten bietet „Aktiv gegen Rosacea“ mit einem eigenen Blog und einer Facebook-Seite, wo Deutschlands größte Rosacea-Community im täglichen Dialog aktiv ist. Auch bei Twitter und YouTube ist die Kampagne vertreten.