LEMONDAYS ist das Online-Magazin, das die Menopause vom Kopf auf die Füße stellt. So sauer wie es im ersten Moment scheint, ist es dennoch nicht. Schließlich macht sauer bekanntlich lustig. Im Interview spricht Angela (Gela) Löhr, Founder von LEMONDAYS über Frauen 40plus, „wahrhaftigen Königinnen“, und berichtet, was im Körper während der Zeit der Veränderung geschieht, wie Sie mit der menopausalen Unruhe umgehen und in den Wechseljahren Ihr Glück finden können.

Entspannt durch die Mitte und hinein in eine großartige zweite Lebenshälfte. Gela, wie kamst du dazu, ein Online-Magazin über Emotionen und Erlebnisse der Wechseljahre zu starten?

Vor fünf Jahren sagte mir eine Gynäkologin einen Satz, den ich heute noch im Ohr habe: „Durch die Wechseljahre sind Sie so gut wie durch“. Ohne Vorwarnung, ohne gefühlvolle Worte zur Einstimmung, den Blick stur auf meine Laborwerte gerichtet. Ich war 42.

Ich bin übrigens noch immer nicht „durch“, sondern mittendrin. Und es geht mir gut. Nach diesem Arztbesuch war das lange Zeit anders. Ich hatte unglaubliche Migräneattacken, ständig Blasenentzündungen, trockenste Schleimhäute überall und war manchmal echt mies drauf (lacht). Aber das Schlimmste war: Ich wusste nicht, was mit mir passieren wird und hatte niemanden, mit dem ich RICHTIG reden konnte. Offen gesagt, ich hatte Angst.

Also hab ich mich im Internet umgeschaut und bin dabei schier verzweifelt. Es gab medizinische Seiten - meist von Pharmakonzernen gesponsert – mit durchaus wichtigen, aber trockenen Fakten und, natürlich, mit empfohlenen Medikamenten. Und es gab vereinzelte Blogs, auf denen Frauen beschrieben, wie schlecht es ihnen in den Wechseljahren geht. Und sonst – nix.

Also wollte ich aufklären und unterstützen und – ganz wichtig: das Natürliche und Positive dieser Zeit zeigen. Offen und ehrlich sein, weder jammern noch beschönigen. Und ich wollte Mut machen. Denn ganz so easy ist es für viele Frauen eben doch nicht.

Du hast mit den unterschiedlichsten Frauen über ihren Wechsel gesprochen, den Lemonista-Talk initiiert und eine Blogparade über die Wechseljahre ins Leben gerufen. Erzähl uns von deinen Gesprächen. Warum sind Ü40-Frauen „wahre Königinnen“ für dich?

Seitdem ich mit LEMONDAYS  in der Online-Szene aktiv bin, lerne ich viele Frauen kennen und bin immer wieder beeindruckt, was gerade Frauen über Vierzig auf die Beine stellen. Die Kinder sind selbständiger, der Raum für die eigene Persönlichkeit wird wieder größer. Was während der Familienphase im Hintergrund stehen musste, drängt jetzt mit Macht an die Oberfläche: Ein Mix aus jeder Menge Power, Lebenserfahrung, dem Wunsch wirklich zu helfen, sich sinnvoll einzubringen und in der Gesellschaft richtig etwas zu bewegen.

Im Lemonista-Talk erzählen Frauen kurz und knackig genau davon: Was sie sich mit Ü40 getraut haben und wie sie sich dabei fühlen. Das macht den anderen Mut. Und allen gute Laune.

Oder ein anderes Beispiel: Vor kurzem hatte LEMONDAYS zu einer sehr persönlichen Blogparade eingeladen, um zu zeigen, wie Frauen heute ihren Wechsel erleben. Sehr kraftvolle und humorige Artikel sind entstanden, aber auch berührende, offene Beiträge von großartigen Frauen, die ihre Geschichten erstmals öffentlich erzählt haben! Sehr mutig und wahrhaftig königlich, wie ich finde.

Von-null-auf-100 oder peux a peux, wie hast du die ersten Anzeichen deiner Wechseljahre wahrgenommen?

Die ersten Anzeichen habe ich überhaupt nicht mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht. Ich habe mich lediglich gewundert, was mein sonst sehr gesunder Körper auf einmal so alles hatte. Heute weiß ich, dass tatsächlich fast alle körperlichen Veränderungen um meinen 40. Geburtstag mit den ersten hormonellen Turbulenzen zu tun hatten. Damals konnte ich sie jedoch nicht zuordnen, fühlte ich mich tatsächlich krank und war sehr verunsichert.

Hast du Tipps, wie „Frau“ glücklich durch die Zeit der Veränderung schreitet?

Für mich sind es genau drei Schritte, mit denen frau die Basis für glückliche und entspannte Wechseljahre legen kann:

  1. Akzeptiere, was Du nicht ändern kannst. Du wechselst vom monatlichen Auf und Ab der Hormone auf ein konstantes Level. Das ist der Lauf der Zeit. Du kannst ihn weder anhalten noch ändern.
  2. Finde Deine innere Stimme. Erforsche und erfühle die Bedürfnisse Deines Körpers. Was braucht er? Wie viel davon und wann genau? Was gut dabei helfen kann, sind Meditation und andere  Entspannungstechniken.
  3. Gib Deinem Körper genau das, was er braucht und mach ihn stark. Sei nett zu ihm, wie zu einer Freundin. Je mehr Du Dich um ihn kümmerst, desto besser kann er Dir dienen.

Klingt ganz simpel, ist aber im Alltag oft herausfordernd.

Gela, wie magst du Zitronen am liebsten?

Ich mag sie tatsächlich in jeder Form. Ich mag sie riechen, mag sie schmecken im Sommerdrink oder auf Grillgemüse und mag sie anschauen, wenn sie in Italien noch am Baum hängen.

Vielen Dank Gela Löhr für dieses Interview.

Information

Erfahren Sie mehr auf lemondays.de oder bei der Facebookgruppe: Wechseljahre - von der Rebellin zur Königin.