Myome in der Gebärmutter sind die häufigsten gutartigen Tumore bei Frauen. Wie entstehen sie?

Die genaue Ursache kennen wir noch nicht. Die Wissenschaft vermutet einen genetischen Einfluss. Myome treten zudem gehäuft bei Frauen afrikanischer Herkunft auf. Hinzu kommen unterschiedliche Erkrankungsauslöser, die entweder von innen im Körper oder von außen durch die Umwelt kommen. Auch diese sind unbekannt. Betroffen sind vor allem Frauen im Alter von 40 bis 50 Jahren. In dieser Altersphase kann man bei jeder fünften Frau Myome finden.

Myome können unangenehme Beschwerden verursachen – wie äußern sich diese?

Die betroffenen Patientinnen haben eine starke, schmerzhafte Regelblutung. Es kann ein Druck im Unterbauch auftreten, vor allem auf die Blase. Einige Frauen mit Myomen berichten auch über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Diese Symptome entstehen, weil das Myom wegen seines Wachstums auf die benachbarten Organe drückt. Myome können auch eine Schwangerschaft verhindern oder zu einer frühen Fehlgeburt führen. Oft werden Myome zufällig bei einer Routineuntersuchung bei beschwerdefreien Frauen entdeckt.

Nicht jedes Uterusmyom muss behandelt werden. Was sollten betroffene Frauen nach der Diagnose trotzdem beachten?

Myome gehören zu den häufigsten Erkrankungen, die beim Frauenarzt besprochen werden. Es gibt also viel Kompetenz und Informationsmaterialien dazu. Die Vorstellung, einen – wenn auch gutartigen – Tumor, nämlich das Myom, im Körper zu haben, macht verständlicherweise Angst. Aber in den meisten Fällen kann man myombetroffene Frauen beruhigen. Die gutartigen Muskelknoten in der Gebärmutter sind nicht lebensgefährlich, können aber die Lebensqualität beeinträchtigen. Viele Frauen bleiben mit einem Myom sogar beschwerdefrei. Bei ihnen ist dann überhaupt keine Behandlung nötig.

Trotzdem kann es zu ernsthaften Komplikationen kommen. Wo wird der Unterschied gemacht, und wie kann der Arzt behandeln?

Es kann in sehr seltenen Fällen passieren, dass eine Patientin eine so starke Regelblutung hat, dass sich nach und nach ein Eisenmangel und eine Blutarmut (eine sogenannte Anämie) entwickeln. Oder das Myom ist so groß geworden, dass es einen Nierenstau verursacht. Eine mögliche Therapie hängt generell immer von Faktoren wie Größe und Lage des Myoms, Alter der Frau und natürlich ihrer Familienplanung ab. Ein Myom kann fast immer durch eine Operation gebärmuttererhaltend entfernt werden. Prinzipiell können sich dann im Verlauf der Zeit neue Myome bilden. Möglich ist auch eine zeitweilige Behandlung mit Medikamenten. Außerdem kann man Myome auch mit radiologischen Methoden verkleinern, wodurch die Beschwerden abnehmen: Mit der Myomembolisation oder dem fokussierten Ultraschall kann eine solche Myomschrumpfung ohne Operation erreicht werden.