Jährlich erkranken rund 4.700 Frauen in Deutschland an Gebärmutterhalskrebs und etwa 1.600 sterben an den Folgen ihrer Erkrankung. Dabei ist Gebärmutterhalskrebs vermeidbar. Die Sterblichkeit und Neuerkrankungsrate wurde dank der in den 1970er Jahren eingeführten Krebsfrüherkennung bereits um circa 70 % gesenkt, doch es besteht weiterhin Verbesserungspotenzial.

Hauptursache für die Erkrankung Gebärmutterhalskrebs ist eine langanhaltende Infektion mit Humanen Papillomviren - kurz HPV. Diese sind nicht nur Auslöser von Gebärmutterhalskrebs, sondern verursachen außerdem weitere Krebserkrankungen an den äußeren Genitalien, im Analbereich und im Mund- und Rachenbereich sowie Genitalwarzen bei Männern und Frauen.

HP-Viren sind weit verbreitet und werden vornehmlich durch genitalen Kontakt, am häufigsten durch Geschlechtsverkehr, übertragen. Eine Infektion mit den Viren ist daher sehr häufig: 75 bis 80 Prozent aller Frauen und Männer infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit genitalem HPV.

Die meisten HPV-Infektionen bleiben unbemerkt und heilen innerhalb von sechs bis 24 Monaten folgenlos aus. Gebärmutterhalskrebs ist somit die seltene Folge einer häufigen Infektion.

Krebsvorstufen können aber gut behandelt werden, wenn sie frühzeitig erkannt werden.

Frauen ab 20 Jahren haben nach aktueller Versorgungslage in Deutschland den Anspruch, einmal jährlich zur gynäkologischen Krebsfrüherkennungsuntersuchung zu gehen. Jedoch nimmt nur etwa jede zweite Frau regelmäßig an dieser teil. Dauerhaft regelmäßig (jährlich in drei aufeinanderfolgenden Jahren) zur Vorsorgeuntersuchung gemäß der Empfehlung gehen sogar nur 20% aller Frauen.

Besonders betroffen sind Frauen ab 40 Jahren mit abgeschlossener Familienplanung, die diese präventive Maßnahme nicht mehr in Anspruch nehmen und das, obwohl der Altersgipfel von Gebärmutterhalskrebs schon im jungen Alter zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr liegt.

„In der momentanen Versorgungslage besteht eine Lücke für Frauen über 40 Jahren. Diese will ZERVITA durch eine neue Aufklärungskampagne schließen“, sagt Professor Thomas Iftner, Vorsitzender des ZERVITA-Lenkungsausschusses und des Vereins ZERVITA e.V. am Universitätsklinikum Tübingen. „Wir haben in Deutschland eine gut geregelte Krebsfrüherkennung, aber jede Vorsorge kann nur so gut sein, in dem Maß wie sie auch genutzt wird.“

Neben der Krebsfrüherkennung kann man als Primärprävention gegen die krebsauslösenden humanen Papillomviren impfen. Die STIKO rät seit Herbst 2014 zur Impfung von Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Derzeit sind jedoch nur etwa 40% der 9- bis 17-jährigen Mädchen gegen HPV geimpft.

Um den Nutzen der HPV-Impfung zu erhöhen, müsste einerseits die Impfquote erhöht werden, sinnvoll wäre zusätzlich die Impfung von Jungen. In Ländern wie Österreich und Australien ist dies bereits umgesetzt worden. In Deutschland ist der Impfstoff für Jungen zwar zugelassen, wird aber nicht von den Krankenkassen bezahlt. Die Impfung würde auch hier nachweislich vor HPV-assoziierten Krebserkrankungen, wie Genitalwarzen, dem Peniskarzinom und Tumoren des Mund- und Rachenbereich schützen.


ZERVITA, die nationale Aufklärungsstelle für HPV und Gebärmutterhalskrebs, hat es sich zur Aufgabe gemacht über Prävention, Früherkennung, Diagnose und Behandlung dieser Krebsart zu informieren und aufzuklären. Ihr Ziel ist es, das Bewusstsein bei Frauen und Mädchen sowie in der medizinischen Fachöffentlichkeit für die Thematik zu stärken und über Risikofaktoren, Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

Kontakt: Marie-Christin Baur (Management und Öffentlichkeitsarbeit) Tel.: 07071-2980196 E-mail: info@zervita.de
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Die Projektgruppe ZERVITA ist eine nationale Aufklärungsstelle über Gebärmutterhalskrebs und HPV. Sie wurde im September 2006 gegründet und besteht aktuell aus 20 Mitgliedsorganisationen: wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen und Fachverbänden, sowie Berufsverbänden und Krebsorganisationen.

Im Mai 2014 wurde der gemeinnützige Förderverein ZERVITA e.V. zur finanziellen Unterstützung der Projektgruppe gegründet, um zu garantieren, dass diese auch weiterhin – unabhängig und objektiv – kostenlos aktuellste Informationen rund um HPV und Gebärmutterhalskrebs für Gesundheitsämter, Ärzte und die Öffentlichkeit im ganzen Bundesgebiet bereitstellen kann.

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