Frau Habermann, vor einigen Jahren wurde bei Ihnen Endometriose diagnostiziert. Wussten Sie zu dieser Zeit etwas über diese Erkrankung?

Ja, denn ich habe die Erkrankung bereits bei meiner Schwester von der Diagnose bis zur glücklichen Genesung miterlebt. Bei mir selbst wurde dann durch Zufall bei einem kleineren operativen Eingriff im Krankenhaus auch Endometriose diagnostiziert.

Ich hatte zuvor aber weder Unterleibsschmerzen noch andere spezielle Symptome. Das Problem ist: Endometriose kann nicht durch Ultraschall festgestellt werden, sondern tatsächlich nur, wenn man in den Bauchraum endoskopisch hineinschaut. Sonst wäre meine Endometriose eventuell bis zum heutigen Tag unentdeckt geblieben.

Was hat die Diagnose bei Ihnen ausgelöst?

Ich habe sehr entspannt auf die Diagnose reagiert, weil ich bei meiner Schwester bereits miterlebt hatte, dass Endometriose keineswegs eine ausweglose Situation ist und wesentlich mehr Frauen betrifft, als man denkt.

Bei mir war die Endometriose zu keinem Zeitpunkt mit Schmerzen verbunden.

Bei meiner Schwester habe ich einen extrem glücklichen Ausgang miterleben dürfen, weil bei ihr die Endometriose nach der Geburt von zuckersüßen Zwillingen sogar komplett ausgeheilt ist.

 

Wie wurden Sie behandelt, und sind Sie seitdem beschwerdefrei?

Bei mir war die Endometriose zu keinem Zeitpunkt mit Schmerzen verbunden. Das ist bei jeder Frau unterschiedlich. Wenn man wie ich keinerlei Schmerzen hat, wird die Endometriose oft eher zufällig entdeckt. Bei einem Eingriff wurden alle endometriosen Verwachsungen entfernt.

Sie waren Raucherin. Haben Sie es mittlerweile geschafft, damit aufzuhören, und wenn ja, wie?

Letztendlich war es so, dass ich nach etlichen gescheiterten Versuchen tatsächlich mit der „Von-einem-auf-den-anderen-Tag-aufhören-Methode“ und einer „Anti-Rauch-App“ auf meinem Handy, die einen täglich daran erinnert, was man seinem Körper nun nicht mehr an Giften zuführt, geschafft habe, mit dem Rauchen aufzuhören.

Ich habe irgendwann angefangen, mich massiv über mich selbst zu ärgern, was ich meinem Körper durch das Rauchen, obwohl ich sonst sehr gesund lebe und mich bewusste ernähre, zumute. Das erschien mir unverantwortlich meiner Gesundheit gegenüber und ich fühle mich als Nichtraucher seitdem viel wohler.

Was tun Sie ansonsten für Ihre Gesundheit?

Ich war Anfang 2017 in Thailand in einem Clean-Food- und Yogahotel. Dort habe ich Clean Eating kennengelernt. Denn es ist wirklich so: Du bist, was du isst. Clean Eating ist ein Ernährungskonzept, in dem es darum geht, möglichst unbearbeitete und biologisch reine Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Clean Eating hat mir geholfen, mir ein neues, besseres Körpergefühl zu geben und gleichzeitig auch mein geistiges Wohlbefinden zu steigern.

Das Wichtigste ist, nicht in der Vergangenheit zu leben und dem Leben mit 20 nachzutrauern.

Ich habe aus dem Urlaub für mich sowohl die Ernährungsumstellung mitgenommen als auch beibehalten, Yoga zu praktizieren. Nach wie vor mache ich zwei- bis dreimal Sport in der Woche im Fitnessstudio, sofern es mein Zeitplan zulässt. Aber ich habe auch herausgefunden, dass es nach einem anstrengenden Drehtag guttut, sich beim Sport körperlich noch ein bisschen auszutoben, um den Kopf wieder frei zu bekommen.

Mittlerweile sind Sie 41 Jahre jung – ein wunderbares Alter! Was raten Sie Frauen, die Probleme mit dem Älterwerden haben?

Sehen wir es sportlich und realistisch: Wenn man 20 ist, macht man sich über die Zukunft meist noch keine Gedanken, kann nächtelang durchtanzen und ist am nächsten Tag wieder voller Energie. Das geht mit 41 nicht mehr. Wenn man aber verstärkt auf sich achtet, auf seinen Körper, auf Seele und Geist, haben Frauen in dem Alter den Vorteil, dass sie sich nicht nur guter Gesundheit erfreuen können, sondern auch viel reicher an wertvollen Erfahrungen und souveräner sind, weil sie genau wissen, was ihnen guttut und was nicht.

Das Wichtigste ist, nicht in der Vergangenheit zu leben und dem Leben mit 20 nachzutrauern. Wir leben im JETZT. Es liegt in unserer Hand, etwas aus unserem Leben zu machen. Jeder Einzelne ist für sich selbst verantwortlich. Unsere Glaubenssätze schaffen unsere Realität. Wir haben so viel Erfahrung und Möglichkeiten, und jetzt mit 40 plus haben wir auch den Mut und das Selbstbewusstsein und das Wissen, eben genau das umzusetzen, was wir wirklich wollen. Also wer soll uns noch aufhalten, außer wir uns selbst?