Als Facharzt für die Plastische und Ästhetische Chirurgie und Spezialist für Brustvergrößerungen werden Sie von den unterschiedlichsten Frauen aufgesucht. Mit welchen Wünschen und Zielen kommen diese als Patientinnen zu Ihnen?

Eine große Gruppe bilden jene Frauen, die noch nie viel Brustgewebe hatten. Darunter sind sehr viele junge Patientinnen, die so schlank sind, dass sie beispielsweise Kleidergröße XS tragen. Viele hegen schon lange den Wunsch nach einer größeren Brust – manchmal wird nach einer natürlich wirkenden Brust gefragt, manchmal nach einer etwas auffälligeren. Dann höre ich schon mal Sätze wie „wenn schon, denn schon“. Diese Frauen wünschen sich also ein völlig neues Körpergefühl.

Eine zweite Gruppe, die nicht ganz so stark vertreten ist, sind Frauen, die sich nach einer oder mehreren Schwangerschaften nach der Brust zurücksehnen, die sie vor der Geburt ihrer Kinder hatten. Gerade diese Gruppe wünscht sich oft eine natürliche Brustform bei eher moderatem Brustvolumen.

Am Ende gilt für die Brustvergrößerung das gleiche wie für alle Schönheitsoperationen: Das vorrangige Ziel ist es, dass die Patientin glücklich in den Spiegel sehen kann.

Da nicht jede Patientin und Brust gleich ist, existieren eine Vielzahl unterschiedlicher Implantate. Welchen Stellenwert hat hier die Auswahl?

Die Auswahl des richtigen Implantats ist entscheidend. Hiervon existieren, abhängig vom Anbieter, viele hundert, manchmal über tausend verschiedene Varianten, die sich in Form, Größe, Festigkeit und Oberfläche unterscheiden. Ich muss also genau herausfinden, was die Patientin haben möchte. Die eine will nur eine Körbchengröße mehr, die andere zwei oder gar drei.

Mehr als 1000 Vorher-Nachher-Bilder, die natürlich nicht bearbeitet sind, zeigen die Auswirkungen der unterschiedlichsten Implantate.

Auch über den Abstand der Brüste zueinander und die Richtung der Brustwarzen muss gesprochen werden. In der Regel werden die Implantate so tief gesetzt, dass die Brustwarzen ganz leicht nach oben zeigen. Manche Patientinnen möchten, dass auch seitlich ausreichend Brustvolumen ist, andere wollen gerade das nicht. Wichtig ist natürlich, die jeweiligen körperlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen.

Aufgrund der körperlichen Voraussetzungen, insbesondere der bestehenden Brustform, aber auch der geäußerten Wünsche der Patientinnen kommen dann nicht mehr so viele Implantate in Betracht. Diese Implantate versuche ich dann im nachfolgenden Prozess den Patientinnen vorzustellen: Durch Probeprothesen, die unter ein Top geschoben werden, lassen sich unterschiedliche Größen, Formen und Projektionsstufen simulieren.

Mit Hilfe einer speziellen Software kann ich zudem den Oberkörper der Patientin scannen und das postoperative Ergebnis mit den verschiedenen Implantaten simulieren – auch zuhause kann die Patientin diese Ergebnisse am PC aufrufen. Mehr als 1000 Vorher-Nachher-Bilder, die natürlich nicht bearbeitet sind, zeigen die Auswirkungen der unterschiedlichsten Implantate.

Auf diese Weise kann sich die Patientin bereits vor der Operation ein recht genaues Bild von ihrer zu erwartenden Brust machen und das für sie richtige Implantat aussuchen.

Können Komplikationen vermieden werden? Und wie lässt sich das Risiko einer Kapselfibrose senken?

Die Risiken, die im Rahmen einer Brustvergrößerung auftreten, sind zwar insgesamt relativ gering, doch kann man Nachblutungen, Konturunregelmäßigkeiten, eine Verschiebung des Implantates oder Reaktionen des Körpers auf das Implantat nicht ganz ausschließen.

Von einer Kapselfibrose spricht man, wenn sich die normalerweise dünne Kapsel, die sich um den Fremdkörper Implantat bildet, zusammenzieht und das Implantat und damit die Brust verformt. Die Brust fühlt sich dann fester an und letztlich kann es auch schmerzhaft sein. Eine Kapselfibrose ist im Einzelfall nicht vorhersehbar und kann manchmal schon wenige Wochen nach der OP auftreten, aber auch erst Jahrzehnte später – oder gar nicht.

Neuesten Studien zufolge kann das Risiko für Komplikationen durch die Verwendung von Implantaten mit Beschichtung aus Polyurethanschaum deutlich reduziert werden. Ferner verhindert diese Oberfläche auch ein Verrutschen oder Verdrehen des Implantates und dadurch mitunter risikoreiche und kostspielige Re-Operationen.