Die ersten Veränderungen im Zyklus stellen sich bereits einige Zeit vor der eigentlichen Menopause ein. Im Schnitt befinden sich Frauen hier etwa im 47. Lebensjahr. Diese Prämenopause verändert allmählich das hormonelle Gleichgewicht, die Produktion des Hormons Progestrogen nimmt ab und die Konzentration von Östrogen gleichzeitig zu. In der zweiten Phase, der sogenannten Perimenopause, der Hochphase des Klimakteriums, schwindet die Follikelreifung in den Eierstöcken, der Eisprung fällt irgendwann gänzlich aus. Im Zuge dessen verringert sich nun auch die Produktion des Hormons Östrogen.  In dieser Zeit leiden Frauen unter einem niedrigen Östrogenspiegel und der Trägheit ihrer Eierstöcke. Die Postmenopause beginnt etwa 1 bis 2 Jahre nach der letzten Periode. Im durchschnittlichen Alter von etwa 65 Jahren kommt die Gestagen- und Östrogenproduktion hier zum Erliegen.

Die Anzeichen für die eintretenden Wechseljahre sind vielseitig. Die einen spüren zu Beginn möglicherweise Spannungen in der Brust und eine leichte Reizbarkeit, andere hingegen erleben starke Hitzewallungen, Erschöpfungszustände und stehen am Rande eines Nervenzusammenbruchs.

Interview mit Ines Wilke, Inhaberin der Boutique-Agentur Wilke & Sarmast Public Relations München

Wenn Sie die Zeit um zehn Jahre zurückdrehen könnten: Was würden Sie heute anders machen; und was genauso?

Ich würde auf jeden Fall gleich Hormone einnehmen und nicht zwei Jahre mit homöopathischen und pflanzlichen Mitteln experimentieren. Das hätte mir mehr und einen erholsameren Schlaf garantiert und weniger inneren Druck gemacht. 

Auch hätte ich mich weniger verrückt gemacht bei den lästigen Hitzewallungen: Es ist zwar sehr unangenehm, wenn man das Gefühl hat, dass jeder den gefühlt feuerroten Kopf bemerkt, aber heute weiß ich, dass es in der Regel niemand wahr nimmt, wenn sich eine Wallung anbahnt. Nur man selbst leidet, fühlt sich unwohl und unsicher. Vor allem, wenn man im wichtigen Meeting sitzt und es einem plötzlich so schrecklich heiß wird und man sich vorkommt als wäre man gerade aus dem Hamam gestiegen: scheußlich!

Die Wechseljahre sind eine von etlichen Wandlungen auf dem Lebensweg einer jeder Frau, wie haben Sie ihren „Wechsel“ erlebt?

Es war wirklich kein Vergnügen! Ich hatte vermehrten Haarausfall, massive Hitzewallungen - vor allem in der Nacht- und auch leichte bis mittelschwere Stimmungschwankungen, die mich morgens öfter mal heimgesucht haben. Der Morgen-Blues hat mir manches Mal eine nachdenkliche, antriebslose Stimmung beschert, die ich von mir nicht kenne. Der recht starke Haarausfall, der mich wirklich extrem belastet und nervös gemacht hat sowie die sehr unangenhme Hitze, waren nach der Einnahme der klassischen Hormonersatztherapie recht schnell behoben, was mich sehr glücklich gemacht hat. Auch mein Elan und meine positive Energie kam ganz bald wieder zurück.

Ob eine Hormonbehandlung der passende Ansatz ist, um die Wechseljahre zu bewältigen, das muss natürlich letztendlich jede Frau für sich entscheiden.  Ich plädiere vor allem für individuelle Beratung samt psychosomatischer Begleitung und würde mir mehr sachliche Debatten wünschen die sowohl das Schüren von Ängsten, als auch die Verharmlosung vermeiden. Meine Frauenärztin hat mich bestens aufgeklärt und mir meine Ängste weitestgehend genommen. Ich gehe auch regelmäßig zur Kontrolle, um den Hormonstatus checken zu lassen. So fühle ich mich auf der sicheren Seite. Und: meine Haare, die immer sehr dick waren, haben sich erholt. Meine Hitzewallungen sind so gut wie weg (ab und zu nochmal nachts, aber damit kann ich gut leben) und ich habe wieder viel Elan und Lust am Leben!

Von-null-auf-100 oder peaux a peaux, wie erleben Sie die die Hormonschwankungen ihrer Menopause?

Es ist zwar sehr unangenehm, wenn man das Gefühl hat, dass jeder den gefühlt feuerroten Kopf bemerkt, aber heute weiß ich, dass es in der Regel niemand wahr nimmt, wenn sich eine Wallung anbahnt.

Die oben beschriebenen Beschwerden kamen schleichend. Die Hitzewallungen allerdings recht plötzlich. Und sehr heftig. Zugenommen habe ich, wie einige meiner Kolleginnen, die ständig Probleme haben ihr Gewicht zu halten, nicht: Gott sei Dank!

Was tun Sie gegen die Wechseljahresbeschwerden?

Ich nehme zwei Hormonpräparate ein. Morgens und Abends.  Bewege mich so oft wie möglich. Gehe regelmäßig zum Yoga (das soll auch sehr gut sein bei hormonellen Schwankungen) und mache Pilates. Außerdem tanze ich am Wochenende mit meinem Partner Standard- und Lateintänze von Salsa, über Walzer und Quickstep bis Rumba und Chachacha: Das bringt gute Laune, hält fit und ist zudem eine gute Vorsorge gegen Demenz, habe ich gelesen, da Tanzen viel mit Koordination zu tun hat.

Auch würde ich im Wechsel den Alkohl-und Nikotinkonsum stark einschränken. Oder bestenfalls abgewöhnen. Ich habe kürzlich mit dem Rauchen komplett aufgehört.  Nachdem ich immer mal wieder bei Gelegenheit ein paar wenige Zigaretten bei freudigen Anlässen oder nach dem Dinner genossen habe, lasse ich die zwei, drei nun ganz weg und fühle mich dabei wunderbar! Mir fehlt das bisschen Genuss-Rauchen null! 

Meinen abendlichen Gin Tonic lasse ich mir am Wochenende allerdings auf keinen Fall nehmen: Er beschwingt mich. Und ohne meinen - nun nur noch einfachen - Espresso am Morgen kann ich nicht leben! Früher war es ein dreifacher. Manchmal trinke ich dafür mittags noch einen zweiten und genieße ihn. Aber, nur wenn mich wirklich sehr danach gelüstet. Ich denke, man sollte grundsätzlich - gerade in den sensiblen Jahren des Wechsels - mehr und besser auf sich Acht geben, aber auch weniger streng mit sich selbst sein. Bitte nicht zu dogmatisch: was wäre ein Leben ohne kleine Sünden? Sterbenslangweilig! Also, greife ich auch immer mal wieder zu einem Riegel Schokolade: Dunkle, feine Schokolade beruhigt mich und soll zudem gut für die Haut sein. Wie auch immer, ich gönne mir heute eher das, wozu ich gerade wirklich Lust habe. Aber, wohl dosiert!  Ich glaube, viel mehr kann man nicht tun.  

Die richtige Dosis Gleichmut und Gelassenheit hätte ich gerne noch. Das übe ich tagtäglich. Es gelingt mir immer mehr die wichtigen von den weniger wichtigen Dingen zu unterscheiden und mich dem zu widmen, was wirklich zählt. Letztendlich gehört dazu auch, dass man sich selbst nicht zu ernst nimmt, aber auf das eigene Wohl gut aufpasst und sich nicht ständig überfordert. Denn wir sind ja nicht mehr die Jüngsten. Auch, wenn wir uns nicht so fühlen und auch nicht so aussehen.

Denn das soll auf jeden Fall so bleiben!