Die Infektion mit dem Cytomegalievirus (CMV) ist die häufigste Infektion in der Schwangerschaft.  
Beim gesunden Erwachsenen ist sie ungefährlich und verläuft meistens unbemerkt. In der Schwangerschaft besteht jedoch bei erstmaligem Kontakt mit dem Virus (Primärinfektion) das Risiko der Übertragung auf das Kind. Meist bleibt dies ohne Folgen, aber circa zehn bis 25 Prozent der mit CMV infizierten Kinder zeigen bei der Geburt oder später Entwicklungsstörungen, Organschäden oder Hör-/Sehstörungen. Da weder in der Schwangerschaft noch beim Neugeborenen ein Test auf CMV stattfindet, erfolgt eine mögliche Diagnostik und Behandlung von infizierten Kindern häufig gar nicht oder zu spät.

Sind Sie gegen CMV geschützt?

Ob Sie schützende Antikörper gegen CMV besitzen, kann der Frauenarzt mithilfe eines CMV-Bluttests feststellen. Dieser Test (die Kosten betragen circa 20 Euro) muss bisher leider selbst bezahlt werden. Wenn Sie keine schützenden CMV-Antikörper haben, sollten Sie beim Kontakt mit Kleinkindern auf strenge Hygieneregeln achten. Die Übertragung des Virus erfolgt durch Körperflüssigkeiten wie Speichel, Tränen oder Urin, wobei insbesondere Kleinkinder bis etwa drei Jahre CMV in hoher Konzentration ausscheiden.

Eine offizielle Impfung oder Behandlungsmöglichkeit gibt es für eine CMV-Infektion in der Schwangerschaft nicht. Neuere Studiendaten zeigen, dass durch rechtzeitige Gabe von CMV-Immunglobulinen die Möglichkeit besteht, das Risiko beziehungsweise die Folgen einer Infektion für das Neugeborene zu verringern. Dies setzt jedoch voraus, dass die Primärinfektion frühzeitig erkannt und schnellstmöglich behandelt wird.

Der wirksamste Schutz für Schwangere ohne CMV-Antikörper ist daher die Einhaltung von Hygieneregeln beim Umgang mit Kleinkindern!