Zum einen ist für Hausärzte und Urologen das Leiden etwas ganz Normales, da es ihnen tagtäglich in der Praxis begegnet – etwa jede dritte Frau in Deutschland leidet zumindest gelegentlich an Inkontinenz. Zum anderen kann Blasenschwäche sehr gut – und häufig auch schnell – behandelt werden. Dafür muss allerdings der Grund medizinisch abgeklärt werden. Die Bandbreite von Inkontinenz ist groß. Sie reicht von einigen Tropfen, die beim Sport in die Hose gehen, bis zu starkem Harndrang, der mehrmals stündlich auftritt. Und die Ursachen können vielfältig sein.

Faktor: Kinder bekommen

Schwangerschaft und Geburt schwächen die Beckenbodenmuskulatur, der Harnfluss kann schlechter kontrolliert werden. Das wiederum kann zur Folge haben, dass auch der Schließmuskel der Harnröhre nicht mehr richtig funktioniert. Belastungsinkontinenz ist die Folge. Auch hormonelle Veränderungen wie die Wechseljahre, eine Gebärmuttersenkung, schwaches Bindegewebe oder eine untrainierte Muskulatur im Beckenboden können die Ursache sein. 

Faktor: Blasenerkältung

Blasenentzündung oder ein schwacher Blasenschließmuskel können zu einer Dranginkontinenz führen. Hierbei haben die Betroffenen einen intensiven plötzlichen Harndrang und können den Urin nicht halten.

Faktor: Alter

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit für Blasenschwäche: Werden Muskeln und Gewebe mit den Jahren schwächer, kann es schleichend zu Beschwerden kommen.

Faktor: Psyche

Auch chronischer Husten, Übergewicht, ein Bandscheibenvorfall oder eine OP, bei der Nerven verletzt wurden, oder psychische Belastung und Stress können zu Blasenschwäche führen. Ist die Psyche der Auslöser, helfen Entspannungsübungen wie autogenes Training.

Hat der Mediziner die Ursache gefunden, können zwei Drittel der Frauen ihre Blasenkontrolle durch die passende Therapie zurückerlangen. In vielen Fällen reicht dafür schon Beckenbodentraining. Es stärkt die Muskulatur, die fürs Wasserhalten zuständig ist. Wichtig ist, sich die Übungen von einem Physiotherapeuten zeigen zu lassen und regelmäßig zu üben, sonst lässt der Effekt wieder nach. Das Training hilft bei 50 bis 70 Prozent der Patientinnen, 30 Prozent werden sogar vollständig „geheilt“. Kompetentes Fachpersonal finden Sie auf der Website der Deutschen Kontinenz Gesellschaft (www.kontinenz-gesellschaft.de) oder in den Kontinenz- und Beckenbodenzentren in Ihrer Nähe.

 

Hier finden Sie Hilfe

Spezialisierte Ärzte und Kontinenz- und Beckenbodenzentren bieten Betroffenen Unterstützung. Sie finden diese sowie weitere Informationen auf der Website der Deutschen Kontinenz Gesellschaft. Die Online-Informationen ersetzen aber nicht die individuelle Beratung beim Arzt und in der Apotheke. Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft e. V. setzt sich bei Harn- und Stuhlinkontinenz sowie dem Einnässen beim Kind für eine Verbesserung der Diagnose, Behandlung und Prävention ein.