200.000 Betroffene nehmen täglich Schlafmittel, 300.000 Beruhigungsmittel und 1,1 Millionen Frauen Schmerzmittel ein – die aktuelle Zahl der Raucherinnen zwischen 18 und 64 Jahren liegt bei circa 6,7 Millionen.

Alkohol, Medikamente und Tabak zum Stressabbau

Dabei lassen die Untersuchungen den Schluss zu, dass Frauen häufiger als Männer Alkohol, Medikamente und Tabak einsetzen, um Stress abzubauen, die Stimmungslage zu verbessern, Hemmungen zu bewältigen, das Selbstvertrauen zu erhöhen oder ihr Gewicht zu kontrollieren.

Da Frauen biologisch bedingt eine geringere Toleranz gegenüber Alkohol haben und Medikamente sowie Tabak anders als Männer verstoffwechseln, ist frühzeitig auf eine mögliche Abhängigkeitserkrankung zu achten.

Alkoholfreie Wochen einplanen

Sinnvoll ist dabei, eine alkoholfreie Zeit von mehreren Wochen pro Jahr einzuhalten. Sollte dies Frauen schwerfallen oder der Gedanke an fehlende Medikamente beziehungsweise Bevorratung, eine Steigerung der täglichen Dosierung oder aber das Verheimlichen der Einnahme vor anderen eingetreten sein, ist eine individuelle Beratung an kompetenter Stelle sinnvoll.
Oft ist es hilfreich, die Nachteile des bisherigen Verhaltens sowie die Vorteile einer Verhaltensänderung zu notieren.

Sich helfen lassen

Erste Ansprechpartner können über Beratungstelefone und -stellen, wohnortnahe Selbsthilfegruppen oder Online-Beratungen von Verbänden des Suchthilfesystems kontaktiert werden. Im Einzelfall kann dann weiter gehend eine spezifische Suchttherapie mit den Elementen einer initialen Entzugs-, nachfolgenden Entwöhnungsbehandlung und abschließenden Nachsorge den Weg in eine stabile Abstinenz ermöglichen.

Gerade frauenspezifische stationäre Behandlungsprogramme wie in der Fontane-Klinik, bei denen auch begleitende Kinder berücksichtigt werden können, stellen Fortschritte in der Bewältigung komplexer Suchtprobleme dar, sodass Betroffene wieder mehr Lebensqualität entwickeln können.